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 Die Präfektur
Shyr (mit Vogtei und Hauptstadt gleichen Namens) liegt im Süden
Tempturiens zwischen den Präfekturen Tremera im Westen und
Hjarga im Osten. Sie gliedert sich in vier Vogteien: Darfeld, Mehren,
Liskenheim sowie die Hauptstadtvogtei.
Ponyrennen
Jedes Jahr zur Zeit des siebten Mondes findet in der Hauptstadt
ein Ponyrennen statt, zu dem alles Volk aus der Umgebung herbei
strömt. Seit Neuestem sind auch Pferde zugelassen, die langsam
aber sicher das Pony ablösen. Um das Rennen schart sich allerlei
fahrendes Volk aus ganz Magonien mit Darbietungen und Waren, was
dem Ereignis eher den Charakter eines Volksfestes gibt. Der Sieger
des Rennens bekommt einen Wimpel mit dem shyrer Wappen. Das große
Rennen in Shyr nachahmend finden auch in anderen Teilen der Provinz
ähnliche Veranstaltungen statt, die aber bisher keine Konkurrenz
bieten konnten. Markt
in Shyr Zwei Mal im Jahr, im Frühjahr und Anfang
Herbst, ist großer Markt in der Hauptstadt. Dort werden auch
Waren aus anderen Provinzen und manchmal sogar aus Übersee
verkauft. Mancher Krämer vom Dorf kauft dort seinen Vorrat
für das Jahr. Auch hier fehlen natürlich nicht die Gaukler
und Barden. Badehäuser
Jeder, der etwas auf sich hält, besucht mindestens einmal die
Woche das Badehaus. Das gehört einfach zum guten Ton. Dementsprechend
florierend ist auch das Geschäft. Das Badehaus ist nicht nur
Ort um für die Reinlichkeit des Körpers zu sorgen, sondern
auch Treffpunkt und Sammelpunkt von allerlei Klatsch und Tratsch.
Wenn man große Geschäfte abschließt, gehört
es zum guten Ton den Geschäftspartner in ein möglichst
luxuriöses Badehaus einzuladen, um dort bei gutem Wein oder
Bier und einer Massage die Abmachung zu feiern. Die Thermen von
Liskenheim genießen dabei einen besonderen Ruf. Hierbei handelt
es sich um eine heiße Quelle, der man heilende Wirkung nachsagt.
Das Wasser helfe gegen Rheuma, Husten, Verkühlung, Zahnweh,
Ausschläge und natürlich Liebeskummer. Ein reicher Krämer
hat einst diese Quelle gekauft und hat eine Therme darum gebaut.
Eine besondere Neuheit bei dieser Therme ist, dass sie zweistöckig
ist und auch die Becken im oberen Stockwerk mit dem Wasser versorgt
werden. Bedienstete bemühen sich dem Gast alle Wünsche
zu erfüllen auch wenn sie noch so seltsam sein mögen.
Neben warmen und kalten Getränken, die gereicht werden, kann
man zwischen etlichen Seifen auswählen, Duftölen, Kräuteressenzen,
die dem Wasser zugegeben werden oder seltene Mineralien, die extra
aus Übersee eingeschifft werden und auch dementsprechend teuer
sind. Das Wasser kann man sich auch liefern lassen. In Flakons abgefüllt
verspricht es die innere Reinigung des Körpers, wenn man es
trinkt und in Fässern für das Badewasser. Natürlich
haben nur ausgewählte Händler das Privileg diese kostbare
Ware feil bieten zu dürfen und so hat sie ihren Preis. Aus
geheimen Quellen hat man gehört, dass der Tempestarius selbst
einmal an einer schlimmen Krankheit leidend die Thermen besucht
habe und vollkommen gesundet an Körper und Seele wieder abgereist
sei. Seitdem lasse er sich auf geheimen Wegen einige Fässer
des Heilwassers liefern und nehme dieses zum Baden. Böse Zungen
behaupten, dass die Quelle schon längst versiegt sei und der
Besitzer das Wasser aus dem angrenzenden Fluß nehme und erwärme.
Seltsamerweise verstummten diese Zungen bald. Nachweisen kann man
dem Badehaus natürlich nichts unrechtes, da die Quelle im Keller
des Hauses eingemauert ist. Kulinarische
Köstlichkeiten Zugegeben, die Küche der Region
ist nicht das, was das Herz eines Gourmets höher schlagen ließe.
Aber schlecht ist sie nun wahrlich nicht und in so mancher Taverne
speist man solide und herzhaft. Die meisten Gerichte werden mit
Rindfleisch zubereitet. Ab und an kommt Pferd auf den Teller, aber
auch Schwein und seltener Schaf werden nicht verachtet. In ländlicheren
Gegenden holt man sich auch Fleisch von Geflügel und Wild.
Wild ist verschrien als minderwertiges Fleisch. Es sei nicht durch
gezielte Zucht veredelt und deswegen nicht so gut wie anderes. Über
diese Aussage kann man durchaus streiten. Aus diesem Grunde ist
der Verzehr von Wildbret größtenteils der Landbevölkerung
vorbehalten. Die regionale Küche ist charakterisiert durch
die Verwendung von bestimmten Kräutern, die man in fast jedem
Gericht heraus schmecken kann. So ist z.B. Kümmel fast überall
vorzufinden. Man mischt es in den Sauerteig wenn man Brot backt,
veredelt Käse damit und mariniert Fleisch mit einer Paste,
wo unter anderem Kümmel enthalten ist. Für denjenigen,
der sie mag, ist die shyrer Küche ohne gleichen. Man hat jedoch
auch schon von Reisenden gehört, die sich lieber aus ihrem
Vorrat ernährt haben, als sich in Tavernen verköstigen
zu lassen. Darfeld
Darfeld liegt im Osten der Präfektur und ist die kleinste der
vier Vogteien Shyrs. Derzeit ist das Lehen an die Familie Lerchenstein
vergeben, die aber keine bekannten möglichen Erben hat. Die
Vogtei ist eher ländlich geprägt, was wohl auch einen
ihrer wenigen Reize ausmacht. Die meisten Bauern betreiben Landwirtschaft,
einige wenige haben Vieh, aber nie im großen Stil. Das Land
ist sehr fruchtbar: Die Felder und Weiden sind durchzogen von vielen
Bächen und kleinen Weilern. Einem Städter mögen die
Seen inmitten der kleinen Wäldchen sehr heimelig vorkommen.
Die Bauern jedoch fluchen nur immer, da die nicht gerade mit Klugheit
gesegneten Kühe nicht selten im Morast stecken bleiben und
unter großen Mühen wieder befreit werden müssen.
Dass den Arbeiter dabei ganze Legionen von Mücken plagen, muss
man wohl kaum erwähnen. Hier und dort findet sich eine warme
Quelle, in der, wenn man der abergläubigen Bevölkerung
Glauben schenken will, feengleiche Wesen wohnen. Wer's glaubt...
Die Siedlung Darfeld selbst ist im Vergleich zu anderen Städten
Tempturiens auch eher klein. Hier leben kaum Bauern sondern eher
Handwerker und Händler. Fernab der Hauptverkehrsstraßen
Shyrs können die Händler jedoch nicht mit allzu viel Umsatz
rechnen. Der einzige Grund wieso der Name Darfeld vielen
geläufig ist ist wohl, dass eine gefürchtete Kavallerieeinheit
im Krieg den Namen "Die Darfelder" trug. Der Name wurde
wortwörtlich in die Köpfe der Leute geprügelt. Das
Darfelder Kaltblut ist auch das einzige wirkliche "Exportgut"
der Vogtei. Das Darfelder
Kaltblut Das Darfelder Kaltblut ist ein Pferd von eher
grobgliedriger Statur mit breitem Rücken, dichtem Kötenbehang
und Rammsnase. Es hat ein Stockmaß von bis zu 1,80 Meter und
erreicht ein Gewicht bis 1200 kg. Das Fell ist braungrau bis grau
mit weißer Mähne und Schweif, manchmal mit heller Blesse.
Das Darfelder Kaltblut wurde ursprünglich in Darfeld gezüchtet
und hat sich über die Jahre in ganz Magonien verbreitet, so
dass es zu den bekanntesten Pferderassen zählt. Woher es ursprünglich
stammt, weiß man nicht so genau. Manche Quellen behaupten,
dass man die Pferde auf den fliegenden Schiffen mitgebracht habe,
andere wiederum sagen, dass sie bereits auf der Insel gewesen seien.
Wieder andere glauben, dass sie vom Festland gekommen seien.
Aufgrund seiner kräftigen Statur und dem ruhigen Wesen
lässt sich das Kaltblut wunderbar zu schweren Arbeiten aller
Art nutzen. Ob sie nun schwere Karren schleppen, Ackerfurchen ziehen
oder Holzfällern die Arbeit erleichtern, bleibt sich da gleich.
Trotz oder gerade wegen ihres unglaublichen Phlegmas wurden sie
im Bürgerkrieg auch als Kavalleriepferde benutzt. Einmal in
Bewegung gesetzt (und das ist unglaublich schwer) sind die schweren
Tiere nicht mehr zu halten. Eine Redewendung besagt "gelassen
wie die Schlachtreihe der Darfelder". Die Pferde wurden jedoch
nicht nur von den Tempturiern eingesetzt, sondern waren mehr oder
minder in allen Heeren verbreitet. Einen wirklichen Vorteil für
die Tempturier gab es also nicht. Derzeit werden vielerorts
in Magonien Darfelder gezüchtet. Das Gestüt in der Siedlung
Darfeld hat dabei einen besonders guten Namen, da man dort viel
Wert auf die Reinheit des Blutes legt. Inwieweit der gute Ruf berechtigt
ist, bleibt fraglich. Wieso sollte man anderswo nicht genauso gute
Pferde züchten können? Eine Ackerfurche ziehen kann das
Rassepferd genauso wie das mit weniger edlem Geblüt. |